Kaliumbromat
| Sicherheitshinweise | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| |||||||||
| Toxikologische Daten | 157 mg/kg (LD50, Ratte, oral)[2] | ||||||||
Kaliumbromat (KBrO3) ist das Kaliumsalz der Bromsäure.
| Strukturformel | ||
|---|---|---|
| ||
| Allgemeines | ||
| Name | Kaliumbromat | |
| Andere Namen | Kalium bromicum | |
| Summenformel | KBrO3 | |
| Kurzbeschreibung | weißer, kristalliner Feststoff[1] | |
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||
| CAS-Nummer | | |
| EG-Nummer | 231-829-8 | |
| ECHA-InfoCard | 100.028.936 | |
| PubChem | | |
| ChemSpider | | |
| Eigenschaften | ||
| Molare Masse | 167,01 g/mol | |
| Aggregatzustand | fest[1] | |
| Dichte | 3,27 g/cm3[2] | |
| Schmelzpunkt | 350 °C[2] | |
| Siedepunkt | Zersetzung bei 370 °C[2] | |
| Löslichkeit | ||
Eigenschaften
Kaliumbromat ist ein weißes, kristallines Pulver mit der Dichte 3,27 g/cm3. Es besitzt einen Schmelzpunkt von 350 °C. Bei 370 °C erfolgt Zersetzung unter Abspaltung von Sauerstoff. Kaliumbromat ist löslich in Wasser und nahezu unlöslich in Alkohol. Die Löslichkeit in Wasser steigt mit steigender Temperatur.[6]
Löslichkeit in Wasser[6] Temperatur in °C 0 20 40 60 80 100 Löslichkeit in g/100 g H2O 3,1 6,9 13,1 22,0 33,9 49,7
Bromate sind bedeutend stärkere Oxidationsmittel als Chlorate und reagieren teilweise schon in wässriger Lösung, was auch ihre gegenüber Chloraten erhöhte Giftigkeit und die krebserzeugende Wirkung begründet. Gemische aus Kaliumbromat und brennbaren Substanzen wie Phosphor oder Schwefel sind hochexplosiv und reibungsempfindlich. Kaliumbromat gibt dabei seinen Sauerstoff ab und wird zu Kaliumbromid reduziert.
Kaliumbromat kristallisiert in der Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 160) mit den Gitterparametern a = 601,1 pm und c = 815,2 pm. In der Elementarzelle befinden sich drei Formeleinheiten.[7][8]
Die Standardbildungsenthalpie von Kaliumbromat beträgt bei 298,15 K ΔHF0 = -361,50 kJ·mol−1,[9] die Freie Bildungsenthalpie beträgt ΔGF0 = -271,2 kJ·mol−1.[10] Die Lösungsenthalpie beträgt ΔH0sol = 40,58 kJ/mol.[11] Die Wärmekapazität bei konstantem Druck beträgt Cp = 105,2 J·mol−1·K−1.[10]
Gewinnung und Darstellung
Die Synthese von Kaliumbromat erfolgt durch Zugabe von Brom in heißer konzentrierter Kalilauge. Hierbei fällt das entstehende Kaliumbromat aus der Lösung aus, während das gleichzeitig entstehende, leichter lösliche Kaliumbromid in Lösung bleibt.
Verwendung
Kaliumbromat wird als Oxidationsmittel in der Maßanalyse (Bromatometrie) als Urtitersubstanz für die Bestimmung von Arsen, Antimon und Zinn verwendet. Außerdem wird es als Einkristall in der Piezoelektrik verwendet.
Die Verwendung von Kaliumbromat als Lebensmittelzusatzstoff ist in vielen Ländern verboten, unter anderem in der Europäische Union (seit 1992), Kanada (seit 1994), China, Argentinien, Brasilien und Indien, da es als gesundheitsschädlich gilt und von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als „möglicherweise karzinogen“ eingestuft wurde.[12][13] Nicht verboten ist Kaliumbromat in den USA, wo es bei der Produktion von Backwaren als Mehlbehandlungsmittel zur Verbesserung des Backverhaltens eingesetzt wird.[14] Kalifornien hat als erster Bundesstaat ein Verbot für Kaliumbromat in Lebensmitteln beschlossen, das ab 2027 gilt.[15]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hochspringen nach: a b c Eintrag zu
Kaliumbromat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag,
abgerufen am 01. August 2026.
- ↑ Hochspringen nach: a b c d
e
Kaliumbromat bei
Thermo Fisher Scientific, abgerufen am 01. August 2026.
- ↑ Eintrag zu
Kaliumbromat in der Datenbank von
internetchemie.info, abgerufen am 01. August 2026.
- ↑ Hochspringen nach: a b Eintrag zu
Kaliumbromat in der GESTIS-Stoffdatenbank des
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 01. August 2026. (JavaScript erforderlich)
- ↑ Eintrag zu
Potassium bromate in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 01. August 2026. Hersteller bzw.
Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung
erweitern.
- ↑ Hochspringen nach: a b D. Yoffe, R. Frim, S. D. Ukeles, M. J. Dagani, H. J. Barda, T. J. Benya, D. C. Sanders:
Bromine Compounds. In: Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2013,
doi:
10.1002/14356007.a04_405.pub2.
- ↑ D. H. Templeton, L. K. Templeton: Tensor X-ray optical properties of the bromate ion. In: Acta Cryst. A41, 1985, S. 133–142,
doi:10.1107/S0108767385000277.
- ↑ R. G. Kulkarni, T. N. Wathore: X-ray determination of lattice parameters and thermal expansion of potassium bromate. In: Journal of Materials Science. 16 (3), 1981, S. 849–851,
doi:10.1007/BF00552231.
- ↑ J. R. Masaguer, A. Sousa-Alonso, J. Romero, M. V. Coto: Determination of the enthalpy of formation of potassium bromate. In: The Journal of Chemical Thermodynamics. 8 (6), 1976, S. 525–528,
doi:10.1016/0021-9614(76)90025-2.
- ↑ Hochspringen nach: a b CRC Handbook of Chemistry and Physics:
STANDARD THERMODYNAMIC PROPERTIES OF CHEMICAL SUBSTANCES
(vom 25. Februar 2015 im Internet Archive) (Kapitel 5.4)
- ↑ G. E. Boyd, F. Vaslow: Heats of Solution and Derived Thermodynamic Properties of Alkali-Metal Bromates. In: J. Chem. Eng. Data. 7 (2), 1962, S. 237–238,
doi:10.1021/je60013a024.
- ↑ What Is Potassium Bromate (E924) And Why Many Countries Have Banned It In Baked Products? thefooduntold.com, 22. Juni 2021 (englisch).
- ↑
IARC--Summaries & Evaluations: Potassium Bromate (Group 2B),
Internationale Agentur für Krebsforschung
- ↑ Eintrag zu
Kaliumbromat in der
Datenbank von internetchemie.info, abgerufen am 01. August 2026.
- ↑
Makers of ‘Food, Inc’ sequel launch impact
campaign around pressing issues. 28. März 2024, abgerufen am 01. August 2026 (englisch).


© biancahoegel.de
Datum der letzten Änderung: Jena, den: 01.08. 2026